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Bericht in der Zeitschrift carwash info über Lederpflege und professionelle Lerderaufbereitung:
carwash info - Ausgabe 6/2009Autoaufbereitung für ProfisRan ans Leder!![]() Leder ist eines der faszinierendsten natürlichen Materialien und wird bei der Innenausstattung für Autos verwendet, seit es diese gibt. Leder ist robust, leicht zu pflegen, wasserundurchlässig, in hohem Maße fleckenresistent und einfach schön. Doch was tun, wenn doch mal ein kleineres oder größeres Malheur passiert und der Sitzbezug Schaden nimmt? Oder einfach nur der Zahn der Zeit daran genagt und seine Spuren hinterlassen hat? Leder ist auch empfindlich. Besonders gegen falsche Behandlung. Ein Naturprodukt![]() Leder durchläuft bei der Herstellung verschiedene Prozesse. Beim Färben werden wasserlösliche Stoffe verwandt und durch die Zugabe von Fetten erhält das Leder die weiche Konsistenz. Nach dem Trocknen erfolgt die weitere Verarbeitung. Durch maschinelles Walken, das sogenannte Stollen, wird das Leder weich gemacht und für die folgenden Prozesse vorbereitet. Beim Zurichten erhält Leder dann das endgültige Aussehen. Es wird grundiert, gefärbt, appretiert, gepresst, gebügelt. So lange, bis das gewünschte Resultat vorliegt. In diesen Schritten erhält das Leder die geforderten Eigenschaften wie z.B. Geschmeidigkeit, Struktur oder Glanz. Rotes Leder – nichts für AnfängerUnser erstes Auto ist ein schwarzer Mercedes-Benz SLK mit roten Ledersitzen (gullwingrot) – eine beliebte Kombination. So beliebt, dass Mercedes gleich mehrere Rot- Varianten im Leder- Programm hat, was eine zusätzliche Herausforderung für den Ledertechniker bedeutet. Das Auto weist typische Gebrauchsspuren am Fahrersitz auf: tiefe Kratzer in den Lehnen-Seitenwangen und Abrieb im Bereich der Seitenwangen der Sitzfläche. Bei der Reparatur von Leder wenden wir zwei unterschiedliche Techniken an“, erklärt uns Thomas Lang. „Mit der Airbrush-Pistole oder einer kleineren Lackierpistole können wir Leder einfärben, mit einem kleinen Schwamm tönen wir beschädigte Stellen indem wir vorsichtig Farbe auftupfen.“ Doch bevor es dem Mercedes ans Leder geht, muss noch einiges vorbereitet werden. Thomas Lang empfiehlt, bevor man mit der eigentlichen Arbeit beginnt, unbedingt als Erstes eine Farbprobe anzumischen und an einer nicht sichtbaren Stelle einen kleinen Farbtest zu machen. Erfahrung und das richtige Material![]() Ist der korrekte Farbton bestimmt, wird das Leder mit Leder-Reinigungsbenzin an den betreffenden Stellen entfettet. Dabei sollte man ruhig eine größere Fläche um die Schadstelle reinigen, damit dann später der Farbübergang leichter hergestellt werden kann. Wenn nötig wird das Leder dann im Bereich der schadhaften Stelle angeschliffen. Bei der folgenden Verfüllung der Risse ist es wichtig, das richtige Füllmaterial zu bestimmen. Je nach Lederart gibt es die Wahl zwischen glänzenden und matten Füllungen. „Ganz wichtig“, erklärt uns Thomas Lang, „ist es jetzt die Trocknungsprozesse einzuhalten. Um an den verfüllten Stellen später wieder die Original-Lederstruktur herzustellen, ist es erforderlich, einen Strukturabdruck des Leders zu machen. Dazu wird an einer unbeschädigten Stelle ein Abdruck genommen. Dieser wird dann erhitzt, auf die verfüllte Stelle gelegt und mit einem Kalteisen aufgepresst. So lässt sich auch bei größeren gespachtelten Flächen die Original-Lederstruktur wieder herstellen. Die weiteren Arbeitsschritte ähneln denen eines Lackierers: Grundierung auftragen, Farbe mischen und mit einer Air-Brush-Pistole vorsichtig auftragen. Um den Trockenvorgang einzuleiten, kommt das Heißluftgebläse zum Einsatz, eine Art Föhn mit exakten Einstellmöglichkeiten. Die Farbe wird angeföhnt und der anstehende Trocknungsprozess kann beginnen. Thomas Lang empfiehlt, sich an die Verarbeitungsanweisungen der Hersteller zu halten und auf keinen Fall zu schnell oder zu heiß zu trocknen, was mit dem Heißluft- Föhn ohne Weiteres möglich wäre. Nachdem die Farbe getrocknet ist, kann der Top Coat aufgetragen werden. Hier ist wiederum zu beachten, dass der richtige „Top Coat“ angemischt wird. Ob matt, glänzend oder seidenmatt hängt ganz von der Gesamtbeschaffenheit der Bezüge ab. Frische Farbe ![]() ![]() Während das gefärbte Leder des SLK trocknet, widmen wir uns zwei anderen Fahrzeugen. Einem Audi A6 mit Verschleiß-Spuren am Fahrersitz und einem 5er BMW dessen Ledersitze gründlich gereinigt werden müssen. Beide Autos stammen von Autohändlern und werden für den Verkauf aufbereitet. Die schwarzen Sitze des Audi A6 sollen getönt werden, damit die abgeriebenen Stellen nicht mehr sichtbar sind. Der Autohändler verzichtet darauf, die Riefen verfüllen zu lassen, schließlich soll das Auto als Gebrauchtwagen in den Verkauf und die Reparatur möglichst erschwinglich sein. Ähnlich wie beim Einfärben des Lakkes beim SLK wird zunächst der Farbton bestimmt und an einer nicht sichtbaren Stelle eine Farbprobe gemacht. Auf die vorbehandelten Stellen wird die Farbe jedoch nicht gespritzt, sondern mit einem kleinen Schwamm durch vorsichtiges Tupfen nach und nach aufgetragen und sofort angeföhnt. Die Versiegelung wird anschließend gleich aufgetragen.Diese Methode kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Beschädigungen nicht so gravierend sind und keine Risse ver füllt werden müssen. Welche Veränderung ein Ledersitz durch eine gründliche Reinigung und Lederaufbereitung er fahren kann, sehen wir bei unserem dritten Kandidaten an diesem Tag, dem 5er BMW. Hier zeigen Fahrer- und Beifahrersitz deutliche Gebrauchsspuren, wenngleich die Sitze ansonsten unbeschädigt sind. Nachdem die Sitze gründlich vorgereinigt wurden, werden sie mit einem Lederreiniger und einer weichen Bürs te gründlich nass gereinigt. Bevor dann abschließend die Lederversiegelung aufgetragen wird, muss das Leder trocknen. Das Ergebnis ist überzeugend. So sehr, dass jetzt sogar ein tiefer Riss in einer der Sitz-Seitenwangen sichtbar wird. Was das bedeutet? Thomas Lang lächelt. „Das ist unser Job, davon leben wir.“ ![]() Inzwischen ist Michael Scheible, der Besitzer des SLK gekommen, um sein Auto abzuholen. Wird er mit der Arbeit zufrieden sein? Spontan ist er begeistert. „Im Mercedes-Autohaus wurde mir empfohlen zu Ihnen zu fahren, aber das Ergebnis übertrifft meine Erwartungen bei Weitem. Ich werde Sie weiterempfehlen“, freut sich Michael Scheible und erkundigt sich bei Thomas Lang gleich nach einem Termin für eine Langzeitkonservierung. „Aber gerne“, sagt Lang, „das ist unser Geschäft.“ Edwin GrabowskiMehr über professionelle Fahrzeugpflege erfahren Sie beim BViF Bundesverband für innovative Fahrzeugpflege e.V. unter: www.bvif.de Original Artikel downloaden PDF-Datei, 614KB |
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